Austauschbarkeit von Reisezielen und -regionen

Destinationen weltweit müssen sich im zunehmend härteren Wettbewerb behaupten. Daher ist es für Destinationen von zentraler Bedeutung, dass sie sich im „Relevant Set“ der potenziellen Kunden befinden, also als passend für deren Urlaubswünsche wahrgenommen werden. Und je weniger Destinationen sich im „Relevant Set“ der potenziellen Kunden befinden, desto besser für die einzelne Destination.

Dieser Sachverhalt lässt sich anhand von RA-Daten für übergeordnete Zielregionen sowie einzelne Ziele analysieren. Die Frage „Planen Sie in den nächsten drei Jahren ziemlich sicher eine Urlaubsreise in eines oder mehrere der folgenden Länder oder Regionen?“ erfasst für 83 Länder und Regionen, ob sie sich im Relevant Set des Befragten befinden. Je mehr Alternativen zu einer Destination diese Analyse aufzeigt, desto austauschbarer ist sie also aus Sicht der potenziellen Kunden.

Führt man diese Analyse für verschiedene Großregionen durch (siehe unten), zeigt sich, dass Personen, die ziemlich sicher eine innerdeutsche Reise oder eine Reise ans Mittelmeer planen, vergleichsweise wenige Reisen in andere Großregionen planen. Die Summe des Potenzials für diese anderen Ziele ist hier vergleichsweise niedrig (69% bzw. 73%). Deutschland und das Mittelmeer sind daher als Zielregionen relativ wenig austauschbar und haben so gesehen einen gewissen Wettbewerbsvorsprung gegenüber den übrigen Großregionen.

Anders sieht es z.B. bei den Alpen aus. Für Personen, die ziemlich sicher eine Reise in die Alpen planen, kommen vergleichsweise viele andere Ziele auch in Frage: Dementsprechend hoch ist das resultierende Potenzialsumme der anderen Destinationen (111%). Die Alpen als Großregionen konkurrieren folglich deutlich stärker mit anderen Großregionen als z.B. das Mittelmeer und deutsche Ziele.

In der RA 2011 wird sich das Modul „Image, Einzigartigkeit und Austauschbarkeit von Reisezielen“ vertiefend mit diesem Thema befassen. Der Aspekt der Austauschbarkeit wird in diesem Modul verknüpft mit dem Image sowie der wahrgenommenen Einzigartigkeit von Destinationen.

Mehr Information zu diesem Modul finden Sie hier.

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